Details

ISBN/EAN: 978-3-9818460-5-8
Altersempfehlung: 16-99 J.
Einband: kartoniertes Buch
Weitere Details
Auflage:
1. Auflage 2021
Erschienen am:
Sprache:
Deutsch
Umfang:
272 S.
Format (T/L/B):
1.9 x 19 x 12 cm

Hersteller:
BoD - Books on Demand
info@bod.de
In de Tarpen 42
DE 22848 Norderstedt


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Ich geh' nach San Francisco

14,95 €

Nicht lieferbar

Beschreibung

"Ich geh' nach San Francisco" ist ein herzerwärmendes Buch über eine Frau, deren Leben sich in Kurven und im Zickzack abspielt. Sie hört auf ihre innere Stimme und lässt sich führen, denn sie weiß: "Es gibt nur eine Wahrheit". Mutig überbrückt sie Ländergrenzen und Kontinente, um diese zu finden. Tiefgreifende Veränderungen sind die Folge dieser spirituellen Suche und dem Wunsch nach einem wirklich erfüllten Leben. Wieder einmal taucht die Autorin in eine fremde Kultur ein. Ein einfacher Besuch, eine touristische Reise reichen ihr nicht. Sie will es wie immer genau wissen und hat sich vom slawischen Osten in den amerikanischen Westen, nach Kalifornien katapultiert. Jetzt ist sie mit Amerika konfrontiert, dem Land der sprichwörtlichen unbegrenzten Möglichkeiten. Aber sie fühlt sich eingeschränkt, gestoppt von Regeln, die nicht die ihren sind, und mit einer Kultur konfrontiert, in der offenbar nur Marketing und Profit zählen. Klar fängt sie an zu beobachten, zu kritisieren und will alles besser machen. Nach der Ukraine, wo sie lange gelebt hat, ist sie von der Größe dieses Landes beeindruckt und fühlt sich manchmal darin verloren. Gerade darum muss sie den kalifornischen Teil Nordamerikas analysieren und beschreiben. Denn es geht ums Verstehen. Es muss doch etwas geben, warum der indische Yogi Paramahansa Yogananda gerade an die Westküste der USA gekommen ist, um die Lehren des spirituellen Indiens zu verbreiten. Dreht sich immer nur alles ums Geld oder gibt es mehr? Und was ist ihre Mission in diesem riesigen Land? Gibt es überhaupt eine Mission? Wie sind die Menschen hier? Der spirituell geprägte Erfahrungsbericht über den Sprung auf einen anderen Kontinent macht Mut, das Leben auszuprobieren und den eigenen Weg zu finden. Das Buch öffnet die polierte Oberfläche einer glanzvollen Stadt und Region. Die offene Schilderung von San Francisco und Kalifornien sowie dem US-amerikanischen Lebensalltag sind gewürzt mit Kritik an den USA und einem Plädoyer für Deutschland und Oberbayern. In dem Spagat zwischen altem und neuem Leben entscheidet sie stets von Neuem: Geh' einfach geh! Gute Unterhaltungsliteratur mit viel Wissensgewinn über die USA und ein Leben dort. Ermunterung, sich auch jenseits der Lebensmitte mutig für Neues zu öffnen. "Nach Sascha, schenk ein! Mit Liebe und Wodka durch 25 Jahre Ukraine" ist dies die zweite, sehr persönliche, interkulturelle Charakterstudie der Autorin.

Über Brigitte Schulze

Brigitte Schulze ist eine Journalistin mit interkulturellem Hintergrund. Ihr Werdegang basiert auf dem Studium Slawischer Philologie, Musikwissenschaften und Sportwissenschaften, die sie mit dem Magister Artium und dem Lehrerexamen abgeschlossen hat. Seit den frühen Neunzigerjahren zieht es sie nach Osten. Über fünfundzwanzig Jahre lang war sie in Osteuropa unterwegs. Vor allem in der Ukraine hat sie als Korrespondentin, als Medien,- Kultur- und Tourismusberaterin gearbeitet. Sie hat für führende deutsche Medien berichtet. Mit ihrem profunden Wissen und ihren Erfahrungen über diesen Kulturkreis hat sie mehrere Reiselesebücher geschrieben. Alle sind in sehr persönlichem, ansprechendem Tonfall verfasst: "Odessa", "Ukraine", "Lwiw/Lemberg" und andere. Im später umkämpften Osten der Ukraine ist sie 2014/2015 als Beobachterin der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) tätig und berichtet über Gefechte und humanitäre Angelegenheiten. Dann folgt die Kehrtwendung. Sie will nicht länger nur Krisenbeobachterin sein. 2015 schließt sie alle Projekte ab und reist zum ersten Mal in ihrem Leben nach San Francisco, um ganz allein Kalifornien zu entdecken. Der amerikanische Englischlehrer, den sie in der Ostukraine getroffen hat, hat ihr davon erzählt und sie neugierig gemacht. In San Francisco mietet sie ein Auto und fährt durch das ihr unbekannte Land. Sie erlebt und beschreibt die USA / Kalifornien auf ihre ganz persönliche Art. Die Kehrtwendung von Ost nach West hat tiefgreifende Folgen.

Leseprobe

Zum ersten Mal versuche ich es mit einem "Coffee to go". Der Pappbecher ist ziemlich voll und heiß. Erst mal suchen, welcher Deckel darauf passt, dann wie man ihn drauf bringt. Das ist gar nicht so leicht. Vorher noch Milch und Honig rein. Volle Hände, auf der einen Seite hängt die schwere Tasche, noch dazu die Jacke über dem Arm und einen Umschlag mit Papier in der Hand. In der anderen den Becher. Im Hotel kommen noch die Geldscheine dazu, die ich zusammen mit dem Becher irgendwie festhalte, und ab in den Lift. Hilfe, irgendwo läuft etwas raus. Ich spüre es warm. Der Kaffee läuft aus. Gott sei Dank sind nur die Geldscheine nass und nicht die zwei Blatt weißes Papier, die ich gleich noch brauche. Jeden Morgen balancieren die Leute geschickt ihre gefüllten Pappbecher in der Hand auf dem Weg zur Arbeit oder sonstwo hin. Wie machen die das nur? Eine wahre Kunst für mich. Jetzt bin ich da, mitten in San Francisco, und schaue mir das alles an. Nein, ich habe mich sogar richtig eingelassen, komplett sogar. Wie konnte das passieren? Das hätte ich mir doch niemals träumen lassen. Das stand nie auf meinem Plan. Im Gegenteil. Und diesmal ist das Land viel größer als die für mich schon große Ukraine, wo ich über fünfundzwanzig Jahre lang gelebt und gearbeitet habe. Es ist gleich ein ganzer Kontinent mit dem ich da zu tun habe, der mit seiner Kultur in mein Wesen eindringt, der mich innerlich bedrängt und durchrüttelt. Und so einfach komme ich hier nicht wieder weg. Zu groß ist die Entfernung. Vom slawischen Osten habe ich mich nämlich in den kapitalistischen Westen nach Amerika, nach Kalifornien katapultiert, in einen Staat, von dem viele träumen, dort zu leben, so sagen mir meine Freunde. Ja, es ist warm, es gibt das ganze Jahr über frische Früchte, gutes Gemüse, alles wächst dort: Zitronen, Apfelsinen, Granatäpfel, dick und saftig. Und daneben existiert so viel Unkultur im Alltag. Was ist das nur für ein Land? Ich leide. Muss ich denn schon wieder so tief in das Leben eines fremden Kulturkreises eintauchen? Muss ich es immer so genau wissen wollen? Kann ich nicht einfach einmal als Touristin irgendwo hinfahren und wieder nach Hause kommen, so wie es andere auch tun? Was ist das überhaupt Zuhause? Und wo ist es, wenn man das Reisen und den Koffer so liebt wie ich? Also jetzt bin ich hier und muss da irgendwie durch. Nur wie? Denn alles ist neu. Es kommt Stück für Stück ans Tageslicht: Ich bin in einem urkapitalistischen Land gelandet, in dem sich alles nur ums Geld zu drehen scheint. Sogar die Vögel scheinen mir in den USA von dieser merkantilen Stimmung beeinflusst. Die Vibrationen eines ständig sich um Konsum drehenden Lebens, mit den riesigen digitalen Werbeflächen an den Rändern der breiten Highways haben sicher ihre Wirkung. Die Vögel singen nicht so schön wie in Oberbayern, wo sie im Sommer jeden Tag um fünf Uhr morgens oder früher ihre Schnäbel zu einem vielstimmigen melodischen Konzert erheben.*